Streuobstlehrpfad bei Schlechtbach

„Der Weg ist das Ziel“ – dieses Motto sollte man sich auf dem Streuobst-Lehrpfad ganz zueigen machen. Viele Bänke am Wegrand laden zu einer Rast zwischen blühenden Obstbäumen ein, und an 15 informativen Tafeln kann man jeweils eine Pause einlegen. Rund drei Kilometer zieht sich der abwechslungsreiche Weg am Galgenberg entlang, etwa eine Stunde sollte man dafür mindestens einplanen.

Es geht los mit einem steilen Anstieg, der aber bald belohnt wird durch die wunderbare Aussicht auf den Ort Schlechtbach und das Wieslauftal. Der Weg führt durch licht gepflanzte Pflaumen, Kirschen, Äpfel, Birnen, Schlehen und Quitten, die rund 5000 Tier- und Pflanzenarten einen besonderen Lebensraum bieten. Feldhecken, Raine und Trockenmauern dienen als Schlupfwinkel und sichere Brutplätze für zahlreiche Vögel und Amphibien. Und es lohnt sich, die kunterbunt blühenden Wiesen unter den Obstbäumen einmal genauer unter die Lupe zu nehmen: Hier kann man selten gewordene Schönheiten zwischen Löwenzahn und Gänseblümchen entdecken, mit etwas Glück sogar heimische Orchideen.

Streuobstwiesen sind eine für Süddeutschland ganz typische Kulturlandschaft. Doch ihr Bestand ist gefährdet: Durch die zunehmende Zersiedelung ebenso wie durch mangelnde Pflege. Weil der spärliche Ertrag die arbeitsintensive Bewirtschaftung kaum noch lohnt, werden Streuobstwiesen zunehmend vernachlässigt. Der Lehrpfad will dazu beitragen, dass dieses einzigartige Ökosystem mit seiner großen Artenvielfalt und seinen seltenen alten Obstbaumsorten erhalten bleibt.

Eine Besonderheit bietet diese kleine Wanderung auch für den geologisch interessierten Besucher. Hier im Wieslauftal nämlich, wo sanfte Hügel das Landschaftsbild prägen, gibt es manchmal Einbrüche über Hohlräumen im Gipskeuper. Eine solche sogenannte Doline, als Naturdenkmal ausgewiesen, liegt direkt am Wegesrand.

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